Wie alles kam

Schlosskauf in Frankreich – ein Rückblick

Irre_Ideen

Aufs Bauchgefühl vertrauen? Genau das ist gemäss dem Neurologen Antonio Domasio bei komplexen Entscheidungen offenbar das Erfolgsrezept – vorausgesetzt man nimmt sich genug Zeit dafür.

Wie kommt man bloss auf so eine Idee? Das werden wir immer wieder gefragt und deshalb haben wir uns auf Spurensuche begeben. Ob es mit Kindheitsträumen anfing oder auf unserer Hochzeitsreise (wir besichtigten Schlösser und Burgen in der Slovakei): Auf Schloss-Jagd begaben wir uns Anfang 2010 zuerst einmal nur virtuell. Nach ausgiebigen Recherchen in der weiten Welt des Internets, schien es uns irgendwann folgerichtig, zur Tat zu schreiten und sahen uns ab Herbst 2010 diverse Häuser an.

Die erste Begegnung mit Fougerette fand im Februar 2011 statt, den Kaufvertrag für das Schloss unterschrieben wir dann allerdings erst am 22. Februar 2013. Dazwischen liegen zwei Jahre voller Höhen und Tiefen… Kurz nach der ersten Besichtigung – Nicola fuhr voller Feuer und Flamme ins Burgund und kam noch am gleichen Tag zwar todmüde aber mit leuchtenden Auge zurück – erreichte uns die Nachricht, dass ein Käufer gefunden und die Angelegenheit somit erledigt sei. Grosse Enttäuschung. Wenig später hiess es plötzlich, der Vorvertrag mit den Käufern sei ins Wasser gefallen – ob unsererseits noch Interesse bestehe? Wir sagten „Mais oui, bien sûr“ und organisierten in Begleitung von potentiellen Mit-Investoren und unseres unvergleichlichen Architekten David Huber im Sommer 2011 eine weitere Schlossreise, bei der wir neben Fougerette auch noch andere Anwesen unter die Lupe nahmen.

Bereits ziemlich früh, hatten wir gewisse Suchparameter festgelegt: Radius bis ca. 4h ab Zürich, mindestens ein grosser Raum für Anlässe, gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, viel Umschwung mit altem Baumbestand, etwas abgelegen aber dennoch in der Nähe einer Ortschaft, kein Denkmalschutz. Nur ein Schloss erfüllte alle diese Kriterien: Fougerette. Nachdem wir den sogenannten „compromis de vente“ (Vorvertrag) unterschrieben hatten, änderte sich durch den Ausstieg eines Mit-Investors die Ausgangslage überraschend und es folgte eine ziemlich belastende Wackelpartie bezüglich Bankfinanzierung, die damit endete, dass der compromis aufgelöst wurde.

Auch wenn damals für Nicola fast eine Welt zusammenbrach (ein Schloss zu besitzen ist sein lang gehegter Kindheitsraum ; -) und ich mir die zahlreichen schlaflosen Nächte weissgott lieber erspart hätte: Rückblickend war es ein Glücksfall, denn urplötzlich lag ein neuer Vorschlag des Verkäufers auf dem Tisch – und der Kaufpreis um fast ein Drittel tiefer als vorher. Und so kam es, wie es wohl kommen musste: wir schlugen zu und sind nun stolze und wohl auch noch völlig ahnungslose Eigentümer eines alten Kastens im Burgund. Was sich daraus ergeben wird? On verra…

Monika Siegenthaler/März 2013

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Comments
3 Responses to “Wie alles kam”
  1. Arno Negretti sagt:

    Kenne ich doch. Ist fast meine Geschichte, einfach im Kleinen und in der Schweiz. Erste Besichtigung, war sofort ins Objekt verliebt, habe die erste Runde beim Zuschlag verloren, bin dann aber doch noch durch Zufall als glücklicher Käufer hervorgegangen. Nun habe ich eine kostspielige Lebensaufgabe erhalten, die mich immer wieder herausfordert, aber jeden Tag ungemein viel Freude bereitet.

  2. Mike sagt:

    Rock’n’Roll!!! Ich will auch, bin dabei – à bientôt 🙂

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