Total vernarrt

foto_Narr_Fou_de_Fougerette

Foto: Carolin Riede / carolin.riede@gmx.ch

Ab dem 23. April starten wir in die diesjährige Saison! Mit von der Partie ist erstmals auch unser nigelnagelneuer, hinter den Ohren noch nicht ganz trockener Hofnarr, in den wir total vernarrt sind : )

Gemalt hat ihn die Künstlerin Melanie Tauscher, die als Teil des Duos Müller Tauscher massgeschneiderte Wandbilder für zuhause umsetzt. Ihr Motto: You have the wall, we have the idea. Hat bei uns ganz prächtig geklappt, warum nicht auch bei Dir? Weitere Infos zur Auftragsmalerei findest Du unter http://muellertauscher.ch, das Interview mit Melanie Tauscher findest Du nachstehend.

Der Hofnarr

Englisch court jester, Französisch le bouffon

Der Hofnarr hatte im Mittelalter die Aufgabe und das Privileg, dem Herrscher als Einziger die Wahrheit sagen zu dürfen.

Absolutistische Monarchen beschäftigten Hofnarren als eine Form des institutionalisierten Witzes. Und auch wenn ein Tritt des Königs die kecken Spässe abrupt beenden konnte, so genoss der hofeigene Lustikus eben doch Narrenfreiheit, durfte Adelige parodieren und Wahrheiten aussprechen, die sonst subito zu einer drakonischen Strafe geführt hatte – nicht selten verloren ja anno dazumal Menschen ja in solchen Angelegenheiten wortwörtlich den Kopf!

Seine gesonderte Stellung ausserhalb der gesellschaftliche Normen, gab dem Hofnarren den grösstmöglichen Handlungs­freiraum: Alles was er sagte, konnte aufgrund seiner „Narrheit“ nicht ernst genommen bzw. von den Betroffenen jederzeit als Witz abgetan werden…

Die eigentümlich subversive Kraft des Narren gründet darin, dass „… Gewohnheit und Regelwerk, das Berechenbare und das Erwartbare durchkreuzt werden. Damit appelliert der Frechling an ein allgemeines Bedürfnis: Man soll nicht alles hinnehmen, was von oben verordnet wird. In modernen Institutionen und Betrieben gibt es natürlich keine Narren mehr; sie heissen nun Querdenker oder Charakterköpfe. Die Funktion hat freilich ähnliche Aufgaben – Dinge und Verhaltensweisen gegen den Strich zu bürsten, um mit originellen Ideen etwas zu bewegen, wie das Modewort lautet.“ (zitiert aus einem Vortrag von Dr. Hans-Dieter Vontobel zum Thema „Hofnarr“)

Keine Hofnarren waren übrigens Till Eulenspiegel und sein vorderasiatisches Pendant Nasreddin. Beide sind die Protagonisten mittelalterlicher Schwanksammlungen bzw. humoristischer Geschichten. Eulenspiegels Streiche etwa ergaben sich meist daraus, dass er eine bildliche Redewendung wörtlich nahm und dadurch die Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen blossstellte oder seinem Ärger über die Missstände seiner Zeit Luft nachte.

Kunterbuntes rund ums Thema „Hofnarr“ à la Beifang aus dem Internet:

Melanie Tauscher im Interview

Melanie, warum ausgerechnet ein Narr? Welche Bedeutung hat diese Figur für Dich?
Er wird euch sicher die Wahrheit verraten! Privilegierte Menschen interessieren mich und Narrenhände beschmieren Tisch und Wände…

In wessen Schuhe würdest Du gerne mal schlüpfen und warum?
In den Frauenschuh (Cypripedium calceolus) um zu wissen, wie man sich darin so fühlt

Warum macht Dir Dein Beruf Freude?
Er erlaubt mir die spannende Suche nach Neuem und lässt mich Freiheit erahnen.

Wie bist Du zur Kunst bzw. ist die Kunst zu Dir gekommen?
Via einer langen Reise durch Erlebtes, Gesehenes, Gelesenes, Gehörtes und durch Rahel, meiner Partnerin und Muse seit bald 20 Jahren.

Was bringt Dich zum Träumen, was inspiriert Dich?
Zum Träumen bringt mich die Inspiration, inspiriert werde ich von Tagträumen.

Melanie, merci bien pour l’inteview und bis bald auf Fougerette!

Rahel Arzi (ehem. Müller) *1975 und Melanie Tauscher *1973 realisieren ihre Werke als Duo Müller Tauscher. Ideen werden zusammen entwickelt, skizziert, ausgefeilt und umgesetzt. Malerei, Collagen, Installations- und Objektkunst sind die Schwerpunkte ihrer Arbeiten. Eine zentrale Rolle in ihrem künstlerischen Schaffen spielt das Alltägliche und Bedeutungslose. Ihre Werke beschreiben sie selbst als Mischung aus Sarkasmus und Gesellschaftskritik. Stilistisch befindet sich Müller Tauscher zwischen Fotorealismus, Surrealismus, plakativer und klassischer Malerei. Müller Tauscher sind Quereinsteigerinnen, die ihre künstlerische Anerkennung nicht durch einen klassischen Lehrgang an einer Hochschule, sondern rein durch beharrliches Arbeiten erlangen.

Download: Werdegang Müller Tauscher (PDF, 162 Kb)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: